· News

Notfallrettung im Landkreis Biberach: Ärzte informieren sich in neuer DRK-Rettungswache

Mehrere Menschen sitzen in einem Schulungsraum beim DRK Biberach, zwei Referenten stehen vorne.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Das DRK Biberach informierte die Ärzteschaft in Impulsvorträgen über die Struktur des Rettungsdiensts und die erweiterten Kompetenzen für Notfallsanitäter.
Mehrere Personen stehen in der Rettungswache Biberach, im Vordergrund ist eine Simulationspuppe zu sehen.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Bei einer Führung erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Arbeit auf der Rettungswache Biberach; hier über die Ausbildung der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter am Ausbildungssimulationsanhänger.

DRK gibt Kreisärzteschaft Biberach Einblicke in Struktur, Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen

Rund 50 Ärztinnen und Ärzte sind der Einladung der Kreisärzteschaft Biberach zu einer Fortbildungsveranstaltung zur Notfallrettung im Landkreis gefolgt. Treffpunkt war erstmals die neue Rettungswache in Biberach, wo das Deutsche Rote Kreuz (DRK) über Strukturen, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Rettungsdienst informierte. Neben Impulsvorträgen stand vor allem der Austausch zwischen Rettungsdienst und Ärzteschaft im Mittelpunkt.

„Jeder hat seine Aufgabe am Patienten – und damit wir diese bestmöglich erfüllen können, ist der fachliche Austausch zwischen allen Beteiligten entscheidend“, sagte Michael Mutschler aus der DRK-Geschäftsführung Rettungsdienst über die Zielsetzung der Veranstaltung. Der Fortbildungsbeauftragte der Kreisärzteschaft, Dr. med. Ulrich Mohl, betonte: „Die Ärzteschaft konnte wichtige und hilfreiche Informationen zu Rettungsdienst und Rettungsleitstelle erhalten. Wir planen, dies künftig durch regelmäßige Treffen fortzuführen.“

Fabian Kosok, stellvertretende Leitung der Rettungswache Biberach, gab einen Überblick über das Rettungswesen im Landkreis. In seinem Vortrag ging er unter anderem auf die organisatorische Struktur, die Zusammenarbeit zwischen Notfallrettung und niedergelassenen Ärzten, die notärztliche Versorgung sowie die psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) ein. Auch aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Notfallversorgung wurden thematisiert. So wurden im Bereich des Notarztwesens strukturelle Anpassungen vorgenommen. Zudem wurde die Vorhalteerweiterung von Rettungswagen an den Standorten Biberach und Laupheim erfolgreich umgesetzt. Diese Maßnahmen sollen die Notfallversorgung nachhaltig stärken.

Dr. Julia Demmelmaier, Ärztliche Verantwortliche im Rettungsdienst und Notärztin, ging in ihrem Vortrag auf die sogenannte Vorabdelegation der Notfallsanitäter ein. Anhand praktischer Beispiele erläuterte sie, welche medizinischen Kompetenzen Notfallsanitäter besitzen und in welchem rechtlichen Rahmen sie handeln. Notfallsanitäter dürfen und sollen in Baden-Württemberg bei definierten Krankheitsbildern und Verletzungsmustern auch ohne vorherige Rücksprache mit einem Notarzt bestimmte Medikamente verabreichen. Ziel ist es, das therapiefreie Intervall zu verkürzen und Patientinnen und Patienten schneller medizinisch zu versorgen.

Nach den Vorträgen erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung Einblicke in die neue Rettungswache in Biberach – von Aufenthaltsbereichen für die Einsatzkräfte über Büroräume bis hin zu den Fahrzeughallen. Die Veranstaltung klang bei einem gemeinsamen Vesper und weiterem fachlichen Austausch aus.