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Für ein sicheres Schützenfest

Mehrere Einsatzfahrzeuge (Polizei, DRK) und Einsatzkräfte stehen vor der Leitstelle des DRK Biberach.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Sorgen gemeinsam für Sicherheit am Schützenfest (v. l.): DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler, DRK-Bereitschaftsleiter Thomas Schilling, Kreisverbandsarzt Dr. Steffen Stobel, Feuerwehrkommandant Florian Retsch, Ordnungsamtsleiterin Anna Kleine-Beek, Franz Riedler vom Kommunalen Ordnungsdienst, Ovidiu Todor, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Biberach, und Martin Buck, Leiter des Polizeireviers Biberach.

Behörden und Blaulicht-Familie arbeiten Hand in Hand.

Die Vorbereitungen für das Biberacher Schützenfest laufen seit Monaten bei Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr, Rettungsdienst, Sanitätsdienst, Integrierter Leitstelle und der Stiftung Schützendirektion Biberach. Alle Partner arbeiten vertrauensvoll zusammen und bereiten sich auf unterschiedliche Szenarien vor, um im Ernstfall schnell und koordiniert handeln zu können. Ihr gemeinsames Ziel: ein friedliches und sicheres Schützenfest.

Für die Polizei bleibt eine hohe Präsenz der wichtigste Baustein. „Wir haben eine angemessene Anzahl an Einsatzkräften im Einsatz, orientiert an den Erfahrungen der vergangenen Jahre“, sagt Martin Buck, Leiter des Polizeireviers Biberach. Die Beamten seien sowohl auf dem Gigelberg als auch bei den Veranstaltungen in der Innenstadt sichtbar unterwegs. „Unser Ziel ist es, Präsenz zu zeigen und Konflikte möglichst früh zu erkennen und zu entschärfen.“ Ergänzend richtet die Polizei am Ochsenhauser Hof eine mobile Wache ein, um dort eine sichtbare Anlaufstelle vorzuhalten.

Auch die Integrierte Leitstelle Biberach (ILS) ist frühzeitig eingebunden. „Wir haben zunächst geprüft, ob alle Notfallkontakte der Stadt, der Schützendirektion Biberach und weiterer Partner aktuell sind“, erklärt ILS-Leiter David Dürr. Dazu zählen auch Ansprechpartner für den Umgang mit Großtieren. Die ILS begleitete die Erstellung des Sicherheitskonzepts, integrierte digitale Karten und Standpläne in das Einsatzleitsystem und beobachtet mögliche Unwetter. Eine besondere Herausforderung stellen die Festumzüge dar, da die Anfahrt des Rettungsdienstes erschwert sein kann und gleichzeitig die gesetzlichen Hilfsfristen eingehalten werden müssen. 

Die DRK-Bereitschaft Biberach besetzt mit rund 90 Ehrenamtlichen 495 Schichtpositionen und sichert die medizinische Versorgung auf dem Gigelberg und entlang der Umzüge. „Viele Situationen können wir direkt vor Ort versorgen – das entlastet den Rettungsdienst und die Sana Klinik deutlich“, sagt Bereitschaftsleiter Thomas Schilling. Die DRK-Wache auf dem Gigelberg ist zu den Öffnungszeiten des Vergnügungsparks durchgehend besetzt. Zusätzliche Sanitätsposten sowie eine mobile Wache am Rathaus unterstützen an stark frequentierten Tagen. Ein Rettungswagen an der DRK-Wache stellt die durchgehende Rettungskette sicher. 

Den ärztlichen Notdienst bei Veranstaltungen und Umzügen koordiniert DRK-Kreisverbandsarzt Dr. Steffen Strobel. Entlang der Umzugsstrecken sind ein Dutzend Ärzte und Notfallsanitäter im Einsatz. „Wir reagieren kurzfristig auf Hitze und stellen zusätzliche Wasservorräte bereit“, sagt Strobel. Grundlage sei ein Messkonzept, das neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit und Wärmestrahlung berücksichtigt. Je nach Entwicklung könnten weitere Maßnahmen folgen. Sein Appell an die Besucherinnen und Besucher: „Ausreichend trinken.“ Zudem rät er, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Auch die Feuerwehr Biberach bereitet sich intensiv vor. „Eine der größten Herausforderungen ist, die Einsatzfähigkeit während Schützen sicherzustellen“, sagt Kommandant Florian Retsch. Rund 200 Ehrenamtliche übernehmen beispielsweise Brandsicherheitswachen, Wachbereitschaften sowie Aufgaben im Spielmannszug und in der Historischen Gruppe. Damit die Feuerwehr auch außerhalb der Innenstadt schnell ausrücken kann, wird während der Umzüge ein verkleinerter Lösch- und Rüstzug am Viehmarktplatz stationiert: „Besonders freut mich, dass alle Ehrenamtlichen hoch engagiert sind und jedes Jahr private Einschränkungen in Kauf nehmen, um für das Schützenfest alles geben zu können.“

Das Ordnungsamt der Stadt Biberach verantwortet die sicherheitsrelevanten Abläufe der Großveranstaltung. „Unser Ziel ist ein Fest, das alle unbeschwert genießen können“, sagt Amtsleiterin Anna Kleine‑Beek. Frühzeitig werden Verkehrsregelungen geplant, Rettungswege abgestimmt und Sicherheitskonzepte gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und der Schützendirektion fortgeschrieben. Während der Festtage begleitet das Team alle Veranstaltungen, steht im engen Austausch mit den Sicherheitskräften und betreibt im Ochsenhauser Hof ein Lagezentrum, das bis in die frühen Morgenstunden Anlaufstelle für Bürgeranliegen, Ordnungsverstöße und sonstige Vorkommnisse ist.

Michael Mutschler, DRK‑Geschäftsführer Rettungsdienst und Zweiter Vorsitzender der Stiftung Schützendirektion Biberach, verantwortet die Sicherheitskommission der Schützendirektion. Er betont, dass alle Partner seit Monaten eng abgestimmt zusammenarbeiten und das ausgeklügelte Sicherheitskonzept kontinuierlich fortschreiben. Die Sicherheitskommission bündelt dabei den fachlichen Input von Behörden und Organisationen und sorgt für die Koordination: „Wir sind umfassend aufgestellt und auf verschiedene Szenarien vorbereitet, damit die Besucherinnen und Besucher ein unbeschwertes Schützenfest genießen können.“ 

Dazu zählt auch das Thema „Hitze“: Alle Partner sind sensibilisiert und können nach Bedarf zusätzliche Maßnahmen ergreifen, etwa ausreichend Wasser für Teilnehmende, Einsatzkräfte und Tiere. Zudem steht als Pilotprojekt erstmals ein fünf Meter langer Schlauch der Kenngröße B mit unterschiedlich großen Düsen bereit, den Feuerwehr, Schützendirektion und Stadtwerke an neuralgischen Punkten zur Abkühlung einsetzen können.