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DRK Biberach stärkt Rettungskette mit „corhelper“ und Helfer-vor-Ort-System

Eine größere Gruppe von Menschen hört einem Vortrag zu.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Am Tag des europäischen Notrufs tauschte sich das „corhelper“-Team intensiv über Erfahrungen aus, um die smartphonebasierte Alarmierung weiter zu verbessern.
Einige Menschen stehen zusammen hinter einem Rettungswagen, dessen Tür geöffnet ist.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Im Rahmen des Treffens erhielten die ehrenamtlichen „corhelper“ einen Einblick in die Ausstattung eines Rettungswagens.
Einige Menschen stehen in einer Integrierten Leitstelle. Sie schauen gemeinsam viele Monitore an.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Zusätzlich stand eine Besichtigung der Integrierten Leitstelle Biberach auf dem Programm.

Ehrenamtliche und qualifizierte Helferinnen und Helfer verkürzen das therapiefreie Intervall und retten Leben.

Der DRK-Kreisverband Biberach e. V. setzt seit Jahren auf ehrenamtliche Strukturen, um die therapiefreie Zeit insbesondere bei Herz-Kreislauf-Notfällen entscheidend zu verkürzen. Mit den Bausteinen „corhelper“, Helfer vor Ort (HVO) und dem AED-Kataster gelingt es, wertvolle Minuten zu gewinnen und damit Leben zu retten. Unterstützt wird dies durch die Integrierte Leitstelle (ILS) in Biberach, die Ersthelfer systematisch per Telefonreanimation und Erste-Hilfe-Hinweisen anleitet. Die ehrenamtlichen Strukturen ergänzen das umfassende Rettungswesen im Landkreis Biberach mit Vorhalteerweiterungen an den Standorten in Biberach und Laupheim, sind aber kein Ersatz. 

Bei bestimmten Einsatzlagen alarmiert die Leitstelle neben Rettungsdienst und Notarzt auch qualifizierte Ehrenamtliche. Sie erreichen den Einsatzort häufig schneller – ein entscheidender Vorteil im Flächenlandkreis Biberach. Wiederbelebungsmaßnahmen in den ersten drei bis fünf Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand können die Überlebenschancen deutlich erhöhen.

Seit sechs Jahren nutzt das DRK Biberach smartphonebasierte Alarmierungssysteme, seit zwei Jahren auch die App „corhelper“, so David Dürr, Leiter der ILS Biberach. Mittlerweile engagieren sich 509 Menschen im „corhelper“-Team, darunter Ehrenamtliche der Feuerwehr, Ärzte oder Pflegekräfte der Sana Klinik und der Hilfsorganisationen ASB und DRK. Seit Einführung wurden sie zu 226 Einsätzen alarmiert. Bei rund 20 Prozent der Einsätze treffen sie nach vier Minuten ein. Das ist ein hervorragender Wert, vor allem in ländlichen Regionen, wie Auswertungen von „corhelper“ bestätigen. „corhelper“ ist in mehreren Regionen Baden-Württembergs, beispielsweise in den Landkreisen Ravensburg, Ulm/Alb-Donau-Kreis und dem Ostalbkreis, sowie in weiteren Bundesländern verfügbar.

Als Mindestqualifikation für die „corhelper”-Schulung muss ein absolvierter Erste-Hilfe-Kurs vorliegen, der nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Nach erfolgreich absolvierter Schulung steht das Notfalltraining „corhelper" an. Medizinisches Fachpersonal benötigt kein zusätzliches Reanimationstraining, für alle anderen bietet das DRK entsprechende Schulungen an. Die jährlichen Kosten für die App sowie Ausrüstung und Qualifikationen trägt bislang vollständig das DRK Biberach. Die „corhelper“ arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Sie halten Patienten mit Herzdruckmassage, Beatmung oder Defibrillation am Leben, bis Notarzt und Rettungswagen eintreffen. Einmal jährlich findet ein Austausch mit dem DRK und den Entwicklern der App statt, zuletzt am Tag des europäischen Notrufs 2026. 

Neben „corhelper“ sind die Helfer vor Ort ein weiterer zentraler Baustein. Rund 140 HVO-Kräfte mit sanitäts- oder rettungsdienstlicher Qualifikation aus Haupt- und Ehrenamt des DRK stehen im Landkreis bereit. Sie überbrücken ebenfalls die therapiefreie Zeit, bis Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen, führen lebensrettende Sofortmaßnahmen durch und betreuen Patienten professionell. Jeder von ihnen verfügt über eine vollständige Notfallausrüstung. Auch diese Kosten trägt der DRK-Kreisverband beziehungsweise die DRK-Bereitschaften im Landkreis Biberach. Das HVO-System wurde im Landkreis Biberach vor rund 30 Jahren durch das DRK erfolgreich ins Leben gerufen. 

Ein weiterer Baustein ist das vom DRK Biberach geführte AED-Kataster. Es zeigt der Leitstelle in Biberach, wo sich automatisierte externe Defibrillatoren (AED) befinden, sodass Helfer gezielt dorthin navigiert werden können. Voraussetzung ist, dass Betreiber ihre AEDs dem DRK melden. 

„Mit diesen Bausteinen verkürzen wir das therapiefreie Intervall für die Patientinnen und Patienten im Landkreis Biberach“, betont DRK-Geschäftsführer Rettungsdienst, Michael Mutschler. Peter Haug, DRK-Geschäftsführer Rot-Kreuz-Arbeit, ergänzt: „Unser Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ohne ihr Engagement wäre diese starke Rettungskette nicht möglich.“ 

Kreisausbildungsleiter Manfred Rommel unterstreicht die Bedeutung des Austauschs: „Solche Treffen wie am Tag des europäischen Notrufs helfen uns, Erfahrungen aus der Praxis aufzunehmen und unsere Systeme kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Im Nachgang zum Austausch der „corhelper“ bestand die Möglichkeit zur Besichtigung der ILS Biberach sowie eines Rettungswagens der Rettungswache Biberach.  

Weitere Informationen
Interessierte für „corhelper“ erhalten unter Telefon 07351/1570-0 oder E-Mail corhelper@drk-bc.de weitere Informationen. Wer den Standort eines AED im Landkreis Biberach kennt oder selbst einen betreibt, ist aufgerufen, dies an das DRK unter aed@drk-bc.de melden.