Ein Therapiehund muss mehr können, als freundlich auf Menschen zuzugehen. Bei Besuchen in Seniorenheimen, Kindergärten, Schulen oder anderen sozialen Einrichtungen müssen Hund und Mensch auch mit ungewohnten Situationen umgehen können. Vier Therapiehunde-Teams haben sich beim DRK-Kreisverband Biberach der praktischen Prüfung gestellt. Drei Teams kommen aus dem Landkreis Biberach, ein Team aus dem Landkreis Ravensburg.
Rund zwei Monate Vorbereitung liegen hinter den Teams. Die Ausbildung des DRK-Kreisverbands verbindet online vermitteltes Theoriewissen mit praktischen Übungen. Nach einem ersten Eignungstest lernen die Hunde, auch in ungewohnten Situationen gelassen zu bleiben. Sie sollen beispielsweise bei schnellen Bewegungen nicht erschrecken und auf ungewohnte Geräusche ruhig reagieren.
Ebenso wichtig ist die Vorbereitung der Hundeführer. Sie müssen die Körpersprache ihres Hundes verstehen, seine Bedürfnisse und Grenzen erkennen und einschätzen können, wann eine Begegnung für beide angenehm ist und wann eine Pause nötig wird.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Silvia Eisele aus Bad Schussenried mit ihrer Beagle-Hündin Amy: Die beiden stellen einen Besuch im Seniorenheim nach. Zwei Prüferinnen beobachten, wie Eisele und Amy die Begegnung gestalten und mit möglichen Schwierigkeiten umgehen. Amy bleibt gelassen, und das Team besteht die Prüfung. Eine der Prüferinnen beschreibt die beiden als „harmonisches Paar“.
„Bei der Therapiehunde-Arbeit ist es besonders wichtig, dass es sowohl dem Menschen als auch dem Hund gutgeht. Dafür müssen die Hundeführer ihren Hund lesen können, seine Körpersprache verstehen und seine Grenzen respektieren. Nur so können sie einschätzen, ob eine Begegnung für beide Seiten angenehm ist“, erklärt Carmen Rommel, die beim DRK-Kreisverband Biberach in der Therapiehunde-Ausbildung tätig ist.
Die ausgebildeten Teams engagieren sich ehrenamtlich und können je nach Eignung in Seniorenheimen, Kindergärten und Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen eingesetzt werden. Die Begegnungen mit den Hunden können soziale Kontakte erleichtern, Erinnerungen wecken und Freude in den Alltag bringen. Manchmal reicht schon die Nähe eines Hundes, um ein Gespräch anzustoßen oder einem Menschen einen besonderen Moment zu schenken.
Die Prüfung soll sicherstellen, dass Mensch und Hund als Team aufeinander achten und auch in ungewohnten Situationen verantwortungsvoll handeln können. Denn im Mittelpunkt der Therapiehunde-Arbeit steht immer das Wohl aller Beteiligten.

