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DRK-Mitarbeitende absolvieren neuen Lehrgang zur Notrufsachbearbeitung

Ein junger Mann und eine junge Frau der Rettungsleitstelle mit Headsets lächeln in die Kamera.Foto: DRK-Kreisverband Biberach e. V.
Eva Häußler und Tobias Wehner qualifizieren sich derzeit zum Notrufsachbearbeiter weiter. Theorie und Praxisphasen, wie hier in der Integrierten Leitstelle Biberach, wechseln sich ab.

DRK Biberach investiert gezielt in die Ausbildung der Integrierten Leitstelle zur Stärkung der Rettungskette im Landkreis.

Eva Häußler und Tobias Wehner kennen den Rettungsdienst aus eigener Erfahrung – und gehen nun den nächsten Schritt: Sie lassen sich zu Notrufsachbearbeitern in der Integrierten Leitstelle Biberach ausbilden. Der DRK-Kreisverband Biberach e. V. ermöglicht ihnen die Teilnahme am neuen Lehrgang für Notrufsachbearbeitung in Baden-Württemberg. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Rettungskette im Landkreis“, sagt Michael Mutschler, DRK-Geschäftsführung Rettungsdienst. 

Der Lehrgang ist modular aufgebaut und erstreckt sich über insgesamt 19 Wochen. In den Theoriephasen an der DRK-Landesschule in Pfalzgrafenweiler sowie an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal werden rechtliche Grundlagen, Gesprächsführung, Notrufabfragen und technisches Know-how vermittelt. Ergänzt wird dies durch praxisnahe Einsätze in der Integrierten Leitstelle: Eva Häußler und Tobias Wehner arbeiten eng mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen, lernen Abläufe kennen und trainieren, auch unter Stresssituationen fundierte Entscheidungen zu treffen.

Eva Häußler begann nach ihrem FSJ beim DRK Biberach ihre Laufbahn als Notfallsanitäterin und qualifiziert sich nun zur Notrufsachbearbeiterin weiter. Tobias Wehner bringt umfangreiche Erfahrung aus dem Rettungsdienst in Würzburg mit und wird künftig ebenfalls in Biberach tätig sein. „Wenn man selbst Rettungsdienst gefahren ist, kann man die Schilderungen der Anrufenden besser einordnen und gezielt anleiten“, erklärt Eva Häußler. Tobias Wehner ergänzt: „Man hat sofort ein Bild vor Augen und weiß, welche Informationen entscheidend sind.“ Beide engagieren sich zudem in der Feuerwehr – eine Erfahrung, die ihnen hilft, Notrufe aus Feuerwehr und Rettungsdienst gleichermaßen souverän zu bearbeiten.

Ihr Zwischenfazit fällt positiv aus: „Die Dozentinnen und Dozenten haben unsere Erfahrungen aktiv einbezogen und regelmäßig gefragt, wie sich der Lehrgang weiter verbessern lässt“, berichtet Tobias Wehner. Eva Häußler wird den Lehrgang im Juni abschließen, Tobias Wehner folgt im Juli. Hintergrund des neuen Lehrgangs ist eine gesetzliche Änderung, die Anfang 2026 in Kraft getreten ist: Die bisher einheitliche Leitstellenausbildung wurde in zwei separate Lehrgänge aufgeteilt. Künftig ist eine stärkere Differenzierung zwischen Notrufannahme und Disposition vorgesehen – verbunden mit angepassten Zugangsvoraussetzungen und klareren Zuständigkeiten.

Über die ILS Biberach
Die Integrierte Leitstelle (ILS) Biberach ist die zentrale Anlaufstelle für alle Notfälle im Landkreis und wird gemeinsam vom Landratsamt Biberach und dem DRK betrieben; hier gehen jährlich rund 150.000 Notrufe über die 112 ein. „Die Leitstelle ist das Herzstück unserer Gefahrenabwehr – hier entscheidet sich innerhalb Sekunden, wie schnell und passgenau Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdienst ankommt“, sagt Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller. 

ILS-Leiter David Dürr ergänzt: „Unsere Aufgabe ist es, auch unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen und die optimale Hilfe auf den Weg zu bringen“. Neben tausenden Einsätzen pro Jahr koordiniert die ILS auch Aufgaben wie Krankentransporte, Hausnotrufe und Warnmeldungen. Bei größeren Schadenslagen kann die Leitstelle personell und technisch flexibel erweitert werden.